Mit Bewegung und Musik die Welt retten

 

Kindergartenkinder beteiligten sich am Projekt Weltretterkids des BN

Theaterpädagogin Mahela Wiedner und Musiker Carlo Hilsdorf bringen den Kleinen das Bewußtsein für die eigene Umwelt näher.

 

Die Kinder der Kindertagesstätte Abenteuerland in Geroda kennen Carlo Hilsdorf schon ganz gut. Seine Kinder besuchen bzw. besuchten die Einrichtung. Daher sind er und seine Gitarre kein Unbekannter mehr. Heute hat er für das Projekt Weltretter-Kids des Bund Naturschutz zur Unterstützung Theaterpädagogin Mahela Wiedner dabei. Sie wird aus den an sich schon eingängigen Songs über Klimawandel, Abfall und Weltretterkids noch mehr herausholen. "Über Gesang und Bewegung werden wir emotional angesprochen, das prägt sich besser ein und macht dazu auch noch Spass," so die Expertin. Das ist den Kindern anzumerken. Es sind kleine Bewegungen, aber die Kinder sind sofort und über die ganze Zeit gespannt dabei. Mit Wiedner verwandeln sich die Kinder in riesige Regenwaldbäume. Die Kleinen strecken sich und stellen sich auf die Zehen. Bei der Textstelle, an der die Bäume abgesägt werden, fallen auch alle Kinder auf den Boden. Sie sind mit Leib und Seele dabei. Auch die Eisbären sehen recht gefährlich und echt aus. Sie müssen sich immer enger aneinander schmiegen, da ja die Eispole wegschmelzen. Zwischen Songs, die Hilsdorf eigens für das Umweltprojekt komponiert hat, zeigt der Musiker Fotos, die Kita-Kinder aus Schondra zu dem Thema gemacht haben. Durch den Wechsel von Musik, Bewegung und Zuhören sind sie auch nach einer Dreiviertelstunde noch voll dabei. "Ich bin manchmal erstaunt, was die Kinder schon wissen. Co2 und Biodiesel sind keine Fremdworte, aber das da ein Zusammenhang mit dem Autofahren und dem was wir essen besteht, ist vielen doch nicht klar. Hilfreich ist es auch, dass die Kinder oft ihre Eltern zu einem anderen Verhalten bewegen wollen," berichtet Hilsdorf von seinen Erfahrungen aus dem Besuch von Schulen und Kitas. "Es ist schön, wenn wir von außen professionell unterstützt werden," begrüßt Kita-Leiterin Holzheimer von Aschach die Initiative des Bund Naturschutz, die vom Bayerischen Umweltfonds unterstützt wird.

Es geht natürlich auch nach diesem Besuch weiter, mit den Bemühungen der Kinder die Welt vor der Haustüre zu retten. Aktuell besuchen Ehrenamtliche des Bund Naturschutz mit einer Wärmebildkamera Kindertagesstätten, um die Kleinen auf Energiesparmaßnahmen zu Hause hinzuweisen. Anmeldungen hierzu werden vom BN noch angenommen. Messungen können nur in der kalten Jahreszeit stattfinden. Die Kitaleitern von Geroda Elke Schneider hat Hans Wissen, einen Aktiven des Bund Naturschutz gewinnen können, im Frühjahr mit den Kindern Nistkästen zu bauen. In Aschach steht schon ein Hochbeet, das die Kinder bald wieder bepflanzen werden. "Wichtig war uns bei dem Projekt, dass die Kinder selbst etwas umsetzen," erläutert BN-Vorsitzender Franz Zang, "So haben sich die Kinder der Kita Schondra mit Unterstützung der Theaterpädaging ein Theaterstück über Abfall ausgedacht und aufgeführt. Parallel haben sie auch ein Hochbeet gebaut und bepflanzt." Die Themen, die die Kinder beschäftigten, reichten von Energie- und Wassersparen über Ernährung und Artenschutz. Auch nächstes Jahr wird der Kontakt des BN zu den Bildungseinrichtungen nicht abreißen. Zum Thema Biodiversität ist ein Schmetterlingsprojekt geplant. Wenn es klappt, dürfen die Kids selbst das Wunder vom Ei zum Schmetterling erleben. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des BN stehen schon in den Startlöchern.

 

 

Nistkastenaktion des BN im Kindergarten Geroda

 

Im Rahmen des Projektes „Weltretterkids“ der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) fand nach Musik und Theater mit Carlo Hilsdorf und Mahela Wiedner eine weitere Aktion im Kindergarten Geroda statt.

Die Kinder beobachten gerne Vögel,“ erklärt Kita-Leiterin Elke Schneider, „Daher waren wir froh, dass Herr Wissen vom Bund Naturschutz sich angeboten hat, uns zu unterstützen.“

Unerschöpflich waren die Fragen, die die kleinen Naturforscher haben und Hans Wissen stellten. Aber im Laufe der zwei Vormittage, an denen Nistkästen gebastelt und dann im Garten aufgehängt wurden, konnte der fähige Vogelkundler und Nistkastenbauer den Wissensdurst der Kindergartenkinder und Erzieherinnen stillen. Er erklärte den Kindern ganz genau, welche Vögel es bei uns gibt, wo und wie sie gerne leben und vor allem was beim Bau eines Nistkastens – davon gibt es je nach Vogelart verschiedene – zu beachten ist. So braucht die Kohlmeise eine andere Einflugsöffnung, nämlich 28mm im Durchmesser, als andere Vögel. Der Nistkasten für Halbnischenbrüter wie den Gartenrotschwanz sehen wieder ganz anders aus.

Und dann ging es ans Praktische. Herr Wissen hatte alles genauestens vorbereitet und seinen Werkzeugkasten gut gefüllt mitgebracht. Die Kinder hämmerten und schraubten und durften mithelfen, die Nistkästen anschließend im Außengelände des Kindergartens aufzuhängen. „Hoffentlich zieht bald ein Vogelpaar in unsere schönen neuen Nistkästen,“ sind die Kinder der Kita Geroda ganz gespannt, „und gründet eine Vogelfamilien, damit es viel zu beobachten gibt.“

So wird den Kindern spannend und spielerisch nahe gebracht, wie wichtig die Natur und eine gesunde Umwelt für Mensch und Tier sind. Dass jeder einzelne mithelfen kann, die Natur zu schützen und wertzuschätzen. Die Kinder und das Kindergartenteam bedankten sich sehr herzlich bei Hans Wissen, welcher Hilfe zugesagt hat, wenn an den Kästen etwas kaputt ist bzw. sie gereinigt werden müssen. „Mit Kindern zu arbeiten und ihnen etwas über Vögel zu erzählen, ist reine Freude. Das ist schon Belohnung genug,“ entgegnete der Vogelexperte bescheiden.